Stand 21.04.2016

dr-moench.net - Gastroenterologie

Ösophagusvarizen

Es gibt 2 Arten von Varizen in der Speiseröhre.
Down hill-Varizen befinden sich im oberen Drittel des Ösophagus’ und sind Ausdruck eines Hocjdrucks im Lungenkreislauf.
Die “echten” Ösophagus-Varizen sind ein Umgebungskreislauf vom Darm zur Hohlvene und breiten sich vom Übergang Magen-Speiseröhre weiter mundwärts aus (“wachsen” nach oben). Ursächlich ist ein mangelnder Blutfluss durch die Leber, am häufigsten infolge einer Leberzirrhose. Zum Zeitpunkt der Diagnose einer Leberzirrhose haben 40% der Betroffenen bereits Varizen. Daher ist ein Screening zu diesem Zeitpunkt angezeigt. Ziel ist es eine Varizenblutung primär zu verhindern. Dazu können nicht-selektive ß-Blocker und eine endoskopische Ligaturbehandlung genutzt werden. Bd. senken das Risiko um bis zu 45%.

Varizen-Ligatur:
In einer Sitzung werden 4-10 Bänder gesetzt. Die Sitzungsabstände betragen 2-4 Wochen. Mit 2-4 Sitzungen sind normalerweise alle Varizen eradiziert.

Ligaturulzera führen in 3.5% der Fälle, in bis zu 20 Tage nach Therapie, zu sog. Früh-Blutungsrezidiven.
Risikofaktoren: Varizenblutung in der Vorgeschichte, eingeschränkte Lebersynthese (APRI Score), verlängerte Prothrombinzeit und peptischen Ösophagitis.

APRI Score: ist ein Index aus  AST/Thrombozyten-Ratio-Index und stellt einen nicht-invasiven Marker zur Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Leberfibrose dar (Aspartat-Aminotransferase) = GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase)
Beurteilung: > 1,5 ist eine Fibrose sehr wahrscheinlich,
                    < 0,5 gilt eine Fibrose als  praktisch ausgeschlossen.
                    > 2 Schwellenwert für Leberzirrhose
                    < 1 soll eine Zirrhose ausschließen
                    Sensitivität für das Erkennen einer Leberzirrhose 38-57 %,
                    Spezifität von 87-93 %.