Stand 21.04.2016

dr-moench.net - Gastroenterologie

Diarrhoe

Definition:

Anstieg des tägliche Stuhlgewichts über 200 g. Typischerweise wird eine Zunahme der Stuhlfrequenz und eine Reduktion der Stuhlfestigkeit angegeben.

Unter einer Pseudodiarrhoe oder Hyperdefäkation versteht man eine Zunahme der Stuhlfrequenz ohne Anstieg des Stuhlgewichts.

A) Akute Diarrhoe:

Sie ist definiert als Diarrhoe mit einer Dauer von bis zu 14 Tagen.
Die häufigste Ursache sind

  • Infektionen
  • Pharmaka
  • Organische Phosphate (Insektizide)
  • Pilze
  • Arsen
  • Koffein
  • Divertikulitis
  • Thrombose der A. oder V. mesenterica superior
  • Ischämische oder pharmakoinduzierte Kolitis

Therapie: Körperliche Schonung, Flüssigkeitssubstitution, Korrektur des Elektrolyhaushalts. In einigen Fällen Antibiotika, Wismutsubsalicylat oder Loperamid.

B) Chronische Diarrhoe:

Sie ist definiert als Diarrhoe mit einer Dauer von mehr als 2 - 3 Wochen. Der Verlauf kann sich über Wochen oder Monate hinziehen, konstant oder intermittierend auftreten.

Einteilung:

Mechanismus

Klinische Symptome

Beispiel

Entzündlich

 

 

Entzündung der Mukosa und Submukosa

Epithelschäden

In einigen Fällen: behinderte intestinale Resorption und vermehrte Sekretion


Fieber, Bauchschmerzen,     Blut und / oder Leukozyten im Stuhl


Colitis ulcerosa, Morbus Crohn Strahlenkolitis Eosinophile  Gastroenteritis

Infektionen im Zusammenhang mit AIDS

Osmotisch

 

 

Nicht verdaute oder nicht resorbierte intraluminale Stoffe

Fasten hilft

Voluminöse, fettige, faulig riechende Stühle

Gewichtsverlust Ernährungsmängel Osmotische Lücke im fäkalen Wasser

Exokrine Pankreasinsuffizienz bakterielle Fehlbesiedlung

Zöliakie Laktasemangel oder -intoleranz

M. Whipple Kurzdarmsyndrom Abetalipoproteinämie

 

Sekretorisch

 

 

Exsessive Sekretion von Elektrolyten

Fasten hilft nicht

Dehydratation

andere systemische Hormondefekte

Osmotische Lücke im fäkalen Wasser fehlt

Karzinoid-Syndrom

VIPome Zollinger-Ellison medulläres Schilddrüsenkarzinom

villöse Adenome

chologen

Veränderte Darmmotilität

 

 

akzellerierte Darmpassage

Wechsel von Diarrhoe und Obstipation

neurologische Symptome

meist Mitbeteiligung der Harnblase

Colon irritabile Kotsteine

neurologische Erkrankungen

Artefiziell

 

 

sebstinduziert

wässrige Diarrhoe mit Hypokaliämie, Schwäche und Ödem

meist Frauen

Laxanzienabusus

Empfohlenes Vorgehen:

  1. gründliche, ausführliche Anamnese
  2. klinische Untersuchung
  3. Labor inkl. Calcium, Phosphat, Albumin, Stuhlproben
  4. ggf. Koloskopie, Gastroskopie
  5. spezielle Diagnostik bei V.a. Malabsorptioon oder Maldigestion